Müller hält Versprechen
„Wir werden gewinnen. Ich hoffe, ich kann in drei Stunden auch lachen“, kündigte Thomas Müller unmittelbar vor dem MLS-Auftakt der Vancouver Whitecaps am Sonntagmorgen in seiner gewohnten charmanten Art in einem TV-Interview an. Dieses Versprechen konnte der 36-Jährige mit seiner Mannschaft halten. Denn die Kanadier gewannen ihr Heimspiel gegen Real Salt Lake City mit Müller über die volle Distanz auf dem Feld knapp mit 1:0.
Müller viel unterwegs
Der Deutsche kam – anders als noch bei seinem Jokereinsatz im Champions Cup unter der Woche – von Beginn an gut in die Partie. In seiner gewohnten Zehnerposition im 4-2-3-1 war Müller viel unterwegs – vor allem in der Horizontalen. So wich er mal auf die linke, mal auf die rechte Seite aus, um mit den dribbelstarken Flügelspielern AZ Jackson und Emmanuel Sabbi zu kombinieren.

Situativ ließ sich die einzige Spitze Brian White neben Müller fallen, wodurch die Whitecaps mit Ball in einem 4-2-2-2 agierten, in dem die Flügelspieler die höchsten Positionen einnahmen.
Pfostentreffer Müllers
Nach ziemlich genau 16 Minuten war es dann beinahe so weit für Müllers erstes Ligator der neuen Saison. Über Umwege kam der Oberbayer rund 18 Meter vor dem Tor an den Ball, legte sich diesen mit rechts perfekt auf den linken Fuß und schloss trocken ins rechte untere Eck ab. Allerdings verhinderte der Pfosten sein zehntes Tor im 15. Spiel für Vancouver.
In der 33. Minute brachte der auf den linken Flügel ausgewichene Müller nach einem Doppelpass eine präzise Flanke in den Strafraum, die Mittelfeldmann Sebastian Berhalter – Sohn von Ex-Bundesligaprofi Gregg Berhalter – über das Tor setzte. Es sollten die einzigen beiden Schussbeteiligungen der Nummer 13 an diesem ersten Spieltag bleiben.
Torschütze in Müllers Rücken
Die optisch und technisch überlegenen Whitecaps – insgesamt 58 Prozent Ballbesitz – taten sich ansonsten schwer, gegen einen gut organisierten Gegner Großchancen zu kreieren. In der 57. Minute war es dann Neuzugang AZ Jackson, der eine abgefälschte Hereingabe von Linksverteidiger Tate Johnson aus halblinker Position aus etwa elf Metern in Müllers Rücken zum goldenen 1:0 verwertete.
In der Folge spielten die Gastgeber den knappen Vorsprung relativ ungefährdet über die Zeit und ließen Real Salt Lake zu keiner nennenswerten Chance mehr kommen, nachdem man in Durchgang eins bei zwei, drei Situationen – inklusive eines knapp aberkannten Treffers wegen Abseits – noch Glück gehabt hatte. In einer hektischen Schlussphase half eine Umstellung auf eine Fünferkette, die Gäste besser zu verteidigen.
Dominant dank Müller-Pressing
Müller selbst war nach der Pause mit Ball nicht mehr ganz so präsent wie noch im ersten Durchgang. Allerdings versuchte der Kapitän über die gesamte Partie hinweg, das Pressing seiner Mannschaft zu ordnen, fand immer wieder gute Trigger und legte viel Intensität an den Tag. Dadurch trug er dazu bei, dass die Whitecaps weite Teile der Partie dominierten und viele Bälle früh eroberten.
Doch wie schon im Champions Cup fehlten teilweise noch die Ideen im letzten Drittel, um Müller häufiger zwischen den Linien zu finden. Stattdessen musste man oft auf Einzelaktionen über die Flügel setzen.
Guter Start für Müller
So steht unter dem Strich zwar ein verdienter, aber nicht unbedingt schöner Sieg (13:10 Schüsse, 1,5 zu 1,1 xG) zu Buche, wie Trainer Jesper Sørensen, der erst kürzlich seinen Vertrag verlängerte, nach dem Spiel zusammenfasste. Für Müller persönlich war es ein Start, auf dem man aufbauen kann: 47 Ballaktionen, 82 Prozent Passquote – und beinahe sein erster Torerfolg pflichten dem bei.

Weiter geht es am Donnerstagmorgen mit dem Rückspiel im Champions Cup zu Hause gegen CS Cartaginés, wo man im Hinspiel nicht über ein 0:0 hinauskam. Immerhin steht die Defensive der Vancouver Whitecaps nach zwei Pflichtspielen ohne Gegentor stabil. Nun gilt es, rund um Thomas Müller noch mehr Lösungen im letzten Drittel zu finden.
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