Bei 0:0 als Joker – Thomas Müller feiert Saisonauftakt in Costa Rica

Holpriger Start für den 36-Jährigen und seine Vancouver Whitecaps in die neue Saison.

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Foto: Diego Obando

Müller Joker zum Auftakt gegen Cartagines

Für Thomas Müller begann in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag seine erste komplette Saison mit den Vancouver Whitecaps. Die Kanadier gastierten vor dem MLS-Start am kommenden Wochenende gegen Real Salt Lake im CONCACAF Champions Cup – einem K.-o.-Wettbewerb mit nord-, zentralamerikanischen sowie karibischen Mannschaften – beim costa-ricanischen Traditionsklub CS Cartaginés.

Beim torlosen Remis saß Müller – ebenso wie sein nicht eingesetzter deutscher Kollege und Ex-HSV-Profi Sebastian Schonlau – zunächst auf der Bank, wurde jedoch Mitte der zweiten Halbzeit in der 66. Minute eingewechselt. Im gewohnten 4-2-3-1-System unter dem dänischen Trainer Jesper Sørensen übernahm die FC-Bayern-Legende ihre angestammte Position im zentraloffensiven Mittelfeld hinter der einzigen Spitze – sowie die Kapitänsbinde. Gegen den Ball führte er das meist im 4-4-2 organisierte, mannorientierte Pressing seiner Elf an.

Wenig Akzente Müllers gegen tief verteidigenden Gegner

In seinen 27 Minuten auf dem Feld konnte Müller allerdings nicht dazu beitragen, dass der favorisierte Vorjahresfinalist aus Vancouver gegen einen tief verteidigenden Gegner mit letztlich nur 27 Prozent Ballbesitz zum Sieg kam. Zu selten wurde der sich gerne zwischen den Linien aufhaltende Weltmeister von 2014 gefunden. Stattdessen spielten die Whitecaps häufig um das in der Schlussphase sehr tiefe 5-4-1 der Costa Ricaner herum. Und wenn Müller doch an den Ball kam, verfolgte ihn ein Gegenspieler eng im Rücken. Auch deshalb brachte der gebürtige Oberbayer nur 55 Prozent seiner elf gespielten Pässe zum Mitspieler.

Holpriger Start für Müller & Whitecaps

Zwischenzeitlich ließ sich Müller auch tiefer fallen, um mehr Ballkontakte zu sammeln und die Bindung zum Spiel zu finden. Bei null Schussbeteiligungen sowie keiner Ballaktion im Strafraum darf man unter dem Strich dennoch von einem holprigen Start Müllers in die neue Saison sprechen.

Auch die Whitecaps dürften sich angesichts von 17:5 Abschlüssen mehr ausgerechnet haben – wenngleich insbesondere in der ersten Halbzeit durchaus ordentliche Ansätze und gute Chancen zum Auswärtssieg zu sehen waren – zumal sich Cartaginés bereits mitten im Spielbetrieb befindet.

Wichtigerer MLS-Start

In einer Woche hat Vancouver dann im Rückspiel im BC Place Stadium vor heimischer Kulisse die Chance, den Einzug ins Achtelfinale perfekt zu machen. Einen etwas höheren Stellenwert dürfte zuvor allerdings der erste MLS-Spieltag am Sonntagmorgen (1:30 Uhr deutscher Zeit) gegen Real Salt Lake haben – dann mit großer Wahrscheinlichkeit mit einem Thomas Müller in der Startelf, der sich via Instagram erfreut darüber zeigte, dass es nun endlich wieder losging: „Ich bin sehr glücklich, wieder mit meinen Jungs auf dem Platz zu stehen.“