Top-Start für die Whitecaps
Weiterkommen im Champions Cup und drei Siege aus den ersten drei MLS-Spielen – besser hätte die Saison 2026 für die Vancouver Whitecaps und Thomas Müller kaum starten können. Umso mehr, wenn man sich die Daten der Ligaspiele ansieht. Denn auf Grundlage der Expected Goals war man jeweils deutlich überlegen.
Die starke Defensive ließ laut Opta nie mehr als 0,43 xG zu. In der Offensive weist man mit insgesamt einem xG-Wert von 7,5 den Bestwert der Liga auf. Insofern ist man auch nach Expected Points (8,4) bislang das beste Team der noch jungen MLS-Saison.
Probleme gegen tiefe Blocks?
Und dennoch gibt es gerade in der Offensive noch Entwicklungspotenzial – zugegebenermaßen Kritik auf hohem Niveau. So tun sich die Whitecaps noch etwas schwer, aus dem geordneten Ballbesitz gegen einen tiefstehenden Defensivblock Chancen zu kreieren.
Das zeigt auch ein Blick darauf, wie die zehn Pflichtspieltore entstanden sind: fünfmal nach Standards, zweimal nach Gegenpressing und „nur“ dreimal herausgespielt. Gerade die beiden Spiele gegen Cartaginés haben gezeigt, dass es gegen derart defensiv eingestellte Mannschaften zäh werden kann – wenngleich es die ersten Pflichtspiele der neuen Saison waren und teilweise in der Aufstellung rotiert wurde.
Lösungen künftig nötig
Nicht falsch verstehen: Ich bin tief davon beeindruckt, wie Vancouver Fußball spielt. Zumal die ruhenden Bälle von Sebastian Berhalter und das scharfe Gegenpressing eine echte Waffe sind.
Nichtsdestotrotz glaube ich, dass aufgrund der dominanten Spielweise und der starken Ergebnisse, mit denen man sich eine zunehmend stärkere Favoritenrolle erarbeitet, die Gegner künftig tiefer verteidigen werden. Zudem könnten sie versuchen, durch sofortiges Klären des Balles Gegenpressingaktionen von vornherein aus dem Weg zu gehen.
Dafür braucht es Lösungen, häufiger in den zentralen Raum vor der gegnerischen Abwehrkette zu kommen. Denn bislang muss Thomas Müller noch häufiger auf den Flügel ausweichen, um zu Aktionen zu kommen.
Müller als Schlüssel?
Doch gerade Müller sollte mit seiner Genialität und seinen Raumdeuterfähigkeiten der Schlüssel dafür sein, noch mehr Kreativität im letzten Drittel zu entfachen – zumal auch er sich noch längst nicht in Topform befindet und noch Luft nach oben hat.
Unter dem Strich handelt es sich hierbei allerdings um Kritik auf sehr hohem Niveau für die Vancouver Whitecaps. Doch Müller dürfte das aus seinen 16 Jahren beim FC Bayern nicht anders gewohnt sein – und wohl auch selbst den Anspruch haben, sich ständig zu verbessern.
„Ich denke, es war bislang die stärkste Leistung dieser Saison“, verdeutlichen die Worte von Trainer Jesper Sørensen nach dem jüngsten 4:1-Sieg bei den Portland Timbers, dass man sich auf dem absolut richtigen Weg befindet.
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