Zweiter Sieg im zweiten Spiel
„Die Maschinerie kommt ins Rollen“, sagte Thomas Müller am Sonntagmorgen deutscher Zeit in einem TV-Interview. Denn seine Vancouver Whitecaps konnten auch das zweite MLS-Spiel dieser Saison gewinnen. Vor heimischer Kulisse im BC Place Stadium schlug man im innerkanadischen Duell den Toronto FC deutlich mit 3:0.
Müller coacht
Müller selbst konnte entscheidend zu dem für die Fans so wichtigen Erfolg beitragen. In seiner gewohnten Paraderolle als Zehner im 4-2-3-1 versuchte er sofort, Einfluss zu nehmen. Zunächst mehr durch Coaching seiner Mitspieler – sowohl im Pressing als auch bei den Positionierungen mit Ball.
Anhand seiner Gestik konnte man erahnen, dass ihm das Whitecaps-Spiel in den ersten zehn Minuten noch zu behäbig vonstattenging. Dem versuchte der 36-Jährige gegen einen auf die Defensive beschränkten Gegner mit wenig Ballbesitz mit seinem Zwei-Kontakt-Spiel entgegenzuwirken.
Rochierender Müller
Nach dieser Anfangsphase ergaben sich dann viele Chancen für die Whitecaps – unter anderem für Müller selbst in der 15. Minute, als er einen verunglückten Abschluss von Mittelfeldspieler Sebastian Berhalter nur knapp am Tor vorbeilenkte.
Das Gegenpressing der Gastgeber war so scharf, dass sich Toronto immer weniger aus der eigenen Hälfte befreien konnte. Gegen den tiefen Block versuchte Müller immer wieder mit Positionsrochaden – zunächst viel auf die linke, später vermehrt auf die rechte Seite –, Bewegung in die gegnerische Defensive zu bringen.

Drei Tore vor der Pause
Auch weil sich die Whitecaps dennoch schwer taten, Müller im zentralen Raum zwischen den Linien zu finden, musste ein Umschaltmoment zum 1:0 beitragen. Einen langen Ball verlängerte Sturmspitze Brian White per Kopf auf Linksaußen AZ Jackson. Der Flügeldribbler zog in den Strafraum und konnte nur noch per Foul gestoppt werden. Den fälligen Strafstoß verwandelte Müller links unten zu seinem insgesamt zehnten Tor im 17. Spiel für die Kanadier, das elfte sollte folgen.
Den beiden weiteren Treffern der Whitecaps, die noch vor dem Halbzeitpfiff fielen, ging jeweils ein Eckstoß von Standardkönig Berhalter voraus. Eine Kopfballverlängerung von Mathis Laborda vollendete der alleingelassene Müller aus kurzer Distanz mit dem linken Fuß in der 37. Minute zum 2:0 – und damit zu seinem Doppelpack. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte segelte Toronto-Keeper Luka Gavran an einer Hereingabe vorbei, White staubte zum 3:0-Endstand ab.
Zurückhaltendere zweite Halbzeit
In Anbetracht der deutlichen Führung ließen es die Whitecaps im zweiten Durchgang etwas gemächlicher angehen. Der Ballbesitz sank von 67 auf 57 Prozent, Großchancen – wie in Halbzeit eins mit insgesamt 2,5 Expected Goals – gab es keine mehr. Auch nicht für Toronto, das insgesamt auf nur 0,24 xG kam.
Neben Müllers großem Einfluss mit seinen Toren und seinem Coaching schlichen sich auch noch ein paar Unsauberkeiten und Ballverluste ein – so kam der Ex-Bayer am Ende „nur“ auf eine Passquote von 68 Prozent, was er angesichts des Spielverlaufs verkraften dürfte. „Er spielte sehr gut“, urteilte sein Trainer Jesper Sørensen.
Müller nach 70 Minuten ausgewechselt
Nach 70 Minuten war für Müller Schluss. Sørensen nutzte die Gelegenheit, um nach einem intensiven Saisonauftakt mit vier Spielen in zehn Tagen durchzuwechseln. Wie Müller nach dem Spiel im TV-Interview sagte, schätze er die Breite des Kaders, was bei der intensiven Spielweise der Whitecaps von großer Bedeutung sei. Schließlich legte man auch gegen Toronto wieder von Beginn an eine hohe Intensität an den Tag, um frühe Ballgewinne zu generieren und das Spiel dominant gestalten zu können.

Noch ohne Gegentor: guter Start für Müllers Whitecaps
Wenngleich Trainer Sørensen bereits gute Muster im Spiel seiner Mannschaft sah – so wurde beispielsweise immer wieder der flinke AZ Jackson mit Spielverlagerungen für Eins-gegen-eins-Duelle isoliert –, mussten am Ende drei Standardtore her. Insofern gibt es in puncto Kreativität im letzten Drittel sicherlich noch Steigerungspotenzial.
Doch mit zwei Siegen in der MLS sowie dem Weiterkommen im Champions Cup starten die Vancouver Whitecaps und Thomas Müller mit vier ungeschlagenen und sogar gegentorlosen Partien eindrucksvoll in die neue Saison. Nun hat man eine Trainingswoche Zeit, um sich auf den dritten MLS-Spieltag am kommenden Wochenende bei den Portland Timbers vorzubereiten.
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