Warum Thomas Müller die Vancouver Whitecaps nach seinem Abschied beim FC Bayern gewählt hat, kann ich gut nachvollziehen, nachdem ich die ersten vier Pflichtspiele der neuen Saison über die volle Distanz gesehen habe. Meine ersten Gedanken zu Müllers Whitecaps:
Klare Spielidee mit viel Kontrolle
Die kontrollierte Spielweise der Kanadier steht dem 36-Jährigen sehr gut zu Gesicht. Das beginnt schon beim Torhüter Yohei Takaoka, der gerne ins Aufbauspiel eingebunden wird. In einem breit angelegten Spiel mit viel Ballbesitz in einem 4-2-3-1 kann Müller seine Paraderolle hinter der Spitze in einer Formation einnehmen, die er aus 16 Jahren beim FCB aus dem Effeff kennt.
Dabei lässt der dänische Trainer Jesper Sørensen nicht nur Müller viele Freiheiten, sich zu bewegen und zwischen verschiedenen Räumen zu rochieren. Wichtig ist dabei nur, dass die Positionen besetzt bleiben.
BTW: Ich halte Sørensen nach dem, was ich bislang gesehen habe, für einen sehr fähigen Trainer, der eine klare Spielidee hat und auch selbst sehr klar wirkt. Dazu gehört inzwischen auch ein sehr aggressives und intensives Spiel gegen den Ball, in dem Müller als Initiator und Anführer im Pressing bestens hineinpasst.
Interessanter Kader
Aber auch ansonsten gefallen mir die Whitecaps gut. Sie verfügen über einen breiten Kader, wie Müller selbst nach dem jüngsten Erfolg lobte.
Da ist vor allem die Doppelsechs zu nennen, die sich mit Spielgestalter Sebastian Berhalter (Sohn von Ex-Bundesligaspieler Gregg) und Zerstörer Andre Cubas sehr gut ergänzt.
Oder auch die Flügelspieler auf der defensiven sowie offensiven Außenbahn – einige können sowohl links als auch rechts sowie in der Breite als auch invers agieren. Auffällig: Einer besetzt meist den Halbraum, der andere die Breite, wodurch sich mit Ball eine 3-Box-3-ähnliche Struktur formiert.
Müllers Connection mit dem Stürmer
Besonders wichtig für Müller ist die Connection zum Mittelstürmer. Und die scheint mit Brian White gegeben. Ich habe den Eindruck, dass sich die beiden mit ihren Laufwegen gut verstehen – aber auch neben dem Platz, wie White kürzlich durchklingen ließ.
Saisonstart macht Lust auf mehr
Alles in allem sieht es zwischen Thomas Müller und den Vancouver Whitecaps nach einem Perfect Match aus – das zeigte bereits das zweite Halbjahr der Vorsaison, das mit dem MLS-Finale endete.
Mit den beiden Siegen zum MLS-Start (inklusive eines Müller-Doppelpacks) und dem Weiterkommen im Champions Cup gelang nun auch der Start in die neue Saison makellos – mit einer starken Defensive um Tristan Blackmon und Ralph Priso, die nicht nur ohne Gegentor blieb, sondern auch kaum gegnerische Torchancen zuließ.
Insofern bin ich sehr gespannt, was dieses Jahr noch auf Müller und seine Whitecaps wartet. Die ersten vier Spiele haben jedenfalls große Lust auf mehr gemacht – und ich freue mich schon jetzt auf die nächste MLS-Partie gegen die Portland Timbers.
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