Zum 3. Mal Pfosten: Umtriebiger Joker Thomas Müller weiter im Abschlusspech

Nach seiner Einwechslung konnten die Vancouver Whitecaps ihr Champions-Cup-Spiel für sich entscheiden.

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Chaehyun Lim

Müller zunächst auf der Bank, White vergibt

Im Vergleich zum erfolgreichen MLS-Start am vergangenen Wochenende nahm Vancouver-Whitecaps-Trainer Jesper Sørensen im Champions-Cup-Rückspiel gegen CS Cartaginés vor heimischer Kulisse die ein oder andere Änderung in der Startformation vor. So nahm Thomas Müller – wie schon beim 0:0 im Hinspiel in Costa Rica – zunächst auf der Bank Platz.

Ohne ihren Kapitän legten die favorisierten Kanadier einen dominanten ersten Durchgang hin – allerdings ohne sich mit einer Führung zu belohnen. Wie schon in den ersten beiden Pflichtspielen ging es auch diesmal torlos in die Halbzeitpause.

Die besten Chancen zur Führung vergab die im 4-2-3-1 einzige Sturmspitze Brian White. Nach einem äußerst zweifelhaften Handspielpfiff scheiterte der 30-jährige US-Amerikaner beim daraus resultierenden Strafstoß am Gästetorhüter. Schon zuvor hatte White aus kürzester Distanz vergeben.

Müller beschleunigt das Spiel

Nach der Pause war dann auch Müller mit von der Partie, rückte auf seine gewohnte Zehnerposition – und sollte dabei helfen, das behäbige Ballbesitzspiel der Whitecaps gegen einen erneut tief verteidigenden Gegner ideenreicher zu gestalten.

Dies gelang der FC-Bayern-Legende auf Anhieb. Es dauerte keine zwei Minuten, ehe eine seiner Ein-Kontakt-Weiterleitungen mit anschließendem Halbraumtiefenlauf und Flanke für erste Akzente sorgte.

Als Verbindungsspieler in den Halbräumen für Kombinationen mit den Flügelspielern – ähnlich wie schon zum MLS-Start gegen Real Salt Lake – trug er dazu bei, das Spieltempo zu erhöhen, insbesondere weil er mit maximal zwei Kontakten oder Doppelpässen das Passtempo hochhielt. Doch auch ohne Ball versuchte Müller einzuwirken, indem er Läufe anbot und seine Mitspieler coachte.

Sechs Minuten nach seiner Einwechslung war es dann fast so weit: Eine Halbfeldflanke von der rechten Seite setzte der 36-Jährige per Kopf an den Pfosten.

Nach Führung wenig Gegenwehr

Folgerichtig ging Vancouver in der schwungvollen Phase nach der Pause in der 58. Minute – als Müller bereits dreimal zum Abschluss gekommen war – in Führung. Eine Ecke von Mittelfeldmotor Sebastian Berhalter kam über Umwege zu Linksaußen Kenji Cabrera, der den Ball aus rund fünf Metern zum 1:0 per Dropkick in die Maschen beförderte.

CS Cartaginés konnte der Whitecaps-Führung – bis auf eine gefährliche Freistoßflanke – in der Folge kaum etwas entgegensetzen. Der einzige Abschluss in Halbzeit zwei in der 66. Minute erfolgte aus einer Abseitsposition. Ansonsten gingen die Bälle bei nur 35 Prozent Ballbesitz gegen das hohe Pressing der Kanadier schnell wieder verloren.

Müller im Pfostenpech

Sein erstes Tor dieser noch jungen Saison sollte Müller dennoch nicht gelingen. Nach einem Dribbling im Anschluss an einen Einwurf in der 77. Minute zog der Oberbayer von der halblinken Spur ins Zentrum und traf kurz vor der Strafraumlinie mit einem platzierten Rechtsschuss aus halblinker Position zum dritten Mal in dieser Saison den rechten Torpfosten.

Etwas mehr Glück hatte Teamkollege Berhalter drei Minuten später, der mit einem Nachschuss innerhalb des Strafraums das 2:0 erzielte und damit das Spiel endgültig entschied.

Müllers gute Frühform

Bei Thomas Müller kann man derweil von einer guten Frühform sprechen. Mit seiner Einwechslung beeinflusste er das Spiel der Vancouver Whitecaps entscheidend zum Positiven, indem er vermeintlich einfache Dinge wie „Spielen und Gehen“ sauber ausführts.

Im Achtelfinale des Champions Cups wartet nun Ligakonkurrent Seattle Sounders. Am Wochenende steht der zweite Spieltag der MLS an, bei dem Vancouver die Landsmänner aus Toronto im heimischen BC Place Stadium empfängt. Mit dem Weiterkommen im Champions Cup und dem Sieg zum MLS-Start gegen Real Salt Lake – bei bislang keinem einzigen Gegentor – ist der Saisonstart gelungen.